KI-Tools wie ChatGPT können beim Verfassen wissenschaftlicher Texte unterstützen. Gerade bei Quellenangaben und Literaturverzeichnissen zeigen sich jedoch deutliche Grenzen solcher Systeme. KI-generierte Quellen wirken oft plausibel und formal korrekt, sind bei genauerer Prüfung aber nicht immer zuverlässig.
Da Sprachmodelle keine klassische Literaturrecherche durchführen, können fehlerhafte oder sogar erfundene Quellen entstehen. Typisch sind beispielsweise unvollständige Angaben, falsche DOI-Nummern, nicht existierende Fachartikel oder Kombinationen realer Autor:innen mit erfundenen Titeln.
Auffällig ist außerdem, dass KI-generierte Quellen häufig gesammelt am Ende eines Absatzes erscheinen, ohne dass einzelne Aussagen konkret belegt werden. Wissenschaftliche Texte erfordern jedoch eine nachvollziehbare und präzise Zuordnung von Quellen zu den jeweiligen Aussagen und Argumenten.
Darüber hinaus verweist KI teilweise auf Webseiten oder Onlinequellen, auf denen die entsprechenden Informationen gar nicht ausdrücklich enthalten sind. Die Quelle existiert zwar tatsächlich, stützt die betreffende Aussage jedoch nicht oder nur teilweise. Dadurch entsteht leicht der Eindruck einer wissenschaftlich belegten Aussage, obwohl der konkrete Nachweis fehlt.
Problematisch kann es unter anderem sein, wenn:
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- sich Quellen nicht über Bibliothekskataloge oder wissenschaftliche Suchmaschinen auffinden lassen,
- Angaben im Literaturverzeichnis uneinheitlich oder unvollständig sind,
- DOI-Nummern nicht funktionieren,
- Titel oder Fachzeitschriften ungewöhnlich wirken,
- Quellen nur allgemein am Absatzende erscheinen,
- oder Quellen inhaltlich nicht zu den entsprechenden Aussagen passen.
Deshalb empfiehlt es sich, KI-generierte Quellen sorgfältig zu prüfen. Hilfreich sind dabei wissenschaftliche Suchmaschinen, Bibliothekskataloge, Verlagsseiten oder DOI-Datenbanken. Kontrolliert werden sollten insbesondere Autor:innen, Titel, Erscheinungsjahr, Verlag bzw. Zeitschrift sowie die inhaltliche Passung der Quelle.
Gerade bei wissenschaftlichen Arbeiten ist eine zuverlässige Quellenarbeit wichtig. Fehlerhafte oder nicht nachvollziehbare Literaturangaben können die wissenschaftliche Qualität und Glaubwürdigkeit eines Textes beeinträchtigen.
Im Rahmen eines wissenschaftlichen Lektorats oder KI-Post-Editings können Auffälligkeiten bei Quellenangaben, Zitierweise und Literaturverzeichnis geprüft und kommentiert werden. Dies hilft dabei, typische KI-bedingte Fehler sichtbar zu machen und die formale Konsistenz wissenschaftlicher Texte zu verbessern.